Formel-Super-Vau

Restauration T326 Part1

Im Findezustand Sommer 2009 wußten wir noch gar nicht, was auf uns zukam. Die Teile lagerten
seit über 20 Jahren in einer Scheune. Dementsprechend verdreckt und verschi§§en so alles auch aus:
Chassis vorne und Pedalerie:


Hinterachse, Bremssättel und Stabis:




Hier hatten wir das Teil in der Garage bereits verreinigt und - soweit möglich - zusammengesteckt:


Wir sind uns bewußt, daß ein Aufbau im Originalzustand der Saison 1977 (luftgekühlt) der historisch
richtige Weg wäre, aber hierfür müssten wir den kompletten Umbau auf Wasserkühlung rückgängig
machen und noch viel mehr in nicht vorhandene Teile investieren. Also werden wir den glücklichen
Umstand nutzen, daß wir Zugriff auf einen 1600er GTI-Motor haben und somit der Wiederaufbau in wassergekühlter Version realisiert wird.
(Ist eh standfester und technisch leichter zu beherrschenhuahua)
Zuerst aber muß alles demontiert, gereinigt und gecheckt werden.

Dies wird insofern spannend, als sowohl metrische Schrauben (VW-Technik) und Zollschrauben (Lola)
am Fahrzeug zu finden sind.

Am 28.06.09 war unser erster gemeinsamer Schraubertag: Zerlegung war angesagt !
Ziel war, das Chassis völlig nackisch auf der Bierbank liegen zu haben. Hat nicht ganz geklappt,
da der vordere, untere Querlenker eine Spezial-Zollnuss verlangt - die müssen wir erst noch anfertigen. Ansonsten hat alles ganz gut geklappt - nix verbogen oder verrostet. Ola hat sich um die Demontage
des Kabelbonsaibaumes gekümmert, Marcus hat die Tanks demontiert. Auf die waren wir sehr gespannt - wie ist deren Zustand? Um es kurz zu machen: beschissen - die Außenhülle ist zwar astrein i.O.,
aber der Schaum im Innern ist total bröselig, also ein Fall für´s Museum.

Eigentlich erstaunlich, wieviel "Tank" in das Chassis passt, der Fahrer sitzt quasi mitten im Sprit,
links und rechts im Rahmen ist jeweils so ein Schlauch versteckt.


Die Tankschläusche sind auf alle Fälle noch Original.

Jetzt wird´s teuer, entweder einen aktuellen FIA FT3 Tank achtern ins Heck einfrickeln, oder auf die Suche nach solchen Originaltankschläuchen gehen...... Mal sehn, was die Zukunft bringt..

Für die Montage des 914er Lenkgetriebes müssen neue Aluhalter für die Langlöcher gefräst werden.


Pedalerie - ganz schön viel Patina drauf...:



Oli kümmert sich derweil um das Hewlandgetriebe. Komplettzerlegung und - wo nötig - Revision steht an:

Auf den ersten Blick sieht bis jetzt noch alles sehr gut aus, die Gangräder sind weder ausgeleiert, noch verschlissen.



Unterdessen versuchen Markus und ich, die richtige Methode zu finden, das Chassis vom Dreck und Flugrost zu befreien. Am Besten geht es wohl per Bohrmaschine mit Schleifaufsatz:


Für die fiesen Ecken tut ein Dremel gute Dienste, ansonsten nutzt nur noch Handarbeit und Muskelkraft.
Gibt Muckis gelle Markus?

So kommen wir Stück für Stück mühsam voran.

Am Chassis sind wir immer noch am Reinigen und polieren, die ganzen Zugstreben haben die
Grundreinigung und den ersten Abschliff hinter sich.
Das Chassis ist bis auf den hinteren Bügel zerlegt und kann somit in die Endreinigung gehen.

Handarbeit ist angesagt:

Dann ging´s zum Sandstrahlen. Geniale Erfindung; hier werden die Erfolge sofort sichtbar:
Radnabe vorher: nachher:

Etwas mühsam war das Getriebe, aber es ging auch:

Mit einer sauberen Pedalerie fährt´s sich bestimmt besser:


Ausbeute zum Feierabend:

Bilstein hat in alten Unterlagen gestöbert und uns vier nagelneue Gewindedämpfer gebaut.Voila:

Die alten Federn werden wir säubern, pulvern und erstmal wiederverwenden.
So langsam aber sicher können wir mit dem Zusammenbau der Vorderachse beginnen....
Radlager für die Vorder- bzw. Hinterachse sind angeliefert worden, leider passen die nicht. :-)
Ein Rep.Satz für die Porsche Bremsanlage haben wir mal auf gut Glück bestellt, da wir nicht
genau zuordnen können in welchem Modell die Sättel verbaut waren. 914er? 411? Karmann-Ghia?
Echt mühsam, so ganz ohne Unterlagen.......
Außerdem ist der Kompressor der Sandstrahlkabine kaputt.

01.10.2009
Schon lange nichts mehr produktives in der Garage geschehen.
Da das Sandstrahlgerät immer noch kaputt ist, haben wir uns an die schon fertig gestrahlten Teile
gemacht. Die Vernickelung der Teile ist noch zu 90% vorhanden und sieht echt noch gut aus,
daher konnten wir die vorderen Radträger mit Querlenker zum anpassen montieren.


Da wir aus Kreisen der Formel Vau Szene immer wieder hörten, daß die vorderen Radträger aus
einem VW Typ3 stammen, konzentrierten wir uns bei der Teilesuche auch auf dieses Model,
leider waren diese Aussagen nicht ganz korrekt.
Die Radlager die in einen 411er VW gehören, passen nicht bei uns ( 2mm ). Egal, viel im Teileprogramm gesucht, und siehe da: der Karmann Ghia hat zwei verschieden Radlager zur Auswahl.
Test ----> juhuuuu sie passen.

Auch die lang gesuchten Hauptbremszylinder, sind nun vormontiert. Diese guten Stücke kommen aus dem Hause TRW und stammen aus einem  Triumph Spitfire Jahrgang 1974.

Kommende Woche erhalten wir die Halter für das Lenkgetriebe, die Abdeckung des Batteriefaches -
jeweils aus Alu gefräst.

10.10.2009
Die Vorderachse ist fast fertig, eine Bremsscheibe mit Radlagergehäuse fehlt uns noch, diese dürften
wir aber dieses Wochenende noch erhalten.


Die Pedalerie hat auch wieder ihren Platz gefunden, jedoch haben wir die Konstruktion des Gaspedales geschraubt und nicht genietet, wie schon weiter oben beschrieben.



Bremszylinder für VA und HA haben ebenso ihren Platz wieder eingenommen, die nächsten Tage wird
auch noch der Kupplungszylinder eintreffen.



Für weitere Arbeiten brauchen wir die Lenkungshalter, Spurstangen und das Gelenk für die
Lenksäule, sowie Stoßdämpferbuchsen zur Endmontage der Vorderachse.

Weiterhin sind noch Kleinigkeiten wie Kühlerhalter und Benzinschläuche verlegt worden, sowie zum Test wurden die hinteren Zugstreben und die Getriebaufnahme montiert.




21.10.09:
Nachdem die vorhandenen Bremszylinder leider nicht mehr zu überholen waren, müssen vier
Neue her :-(   Ein Probeexemplar von ATE passt, der Rest ist bestellt.
Wo es geht, bauen wir auf metrisch um. Außerdem wurde die erste größere Schraubenbestellung aufgegeben, damit wir jetzt mit der richtigen Montage der Vorderachse beginnen können.
Außerdem müssen einige Buchsen und Streben gedreht werden.
Somit viel Theorie und wenig zeigbares. Muß aber auch sein.

29.10.09:
Federn kamen vom pulverbeschichten zurück, es konnten die Stoßdämpfer eingebaut werden.
Bis auf die Bremsleitung ist die Vorderachse komplett.

Die Halter vom Lenkgetriebe müssen nochmal ein bißchen nachgearbeitet werden, dann kann die
Lenkung komplettiert werden.
Leider können wir das Gestänge zur Spoileraufnahme nicht anfertigen, da wir erst einen passenden
Spoiler brauchen.

15.11.09:
Lange nichts mehr gehört, aber wir sind dran...

Diese Woche haben wir an einem Abend die Tanks gereinigt; Druckluft und Wasserbefüllung war die
beste Art, sie zu reinigen. Fontänen mit Dreck und altem D-Stop konnten wir endlich aus den Tanks bergen.
Momentan sind wir am Monocoque zugange, einige Nieten sind durch den Bodenkontakt angeschliffen
oder abgeschliffen, daher kommen die alten raus. Wenn diese Arbeit erledigt ist, können wir die Tankschächte abkleben und die Tanks wieder in ihre alte Position einschieben.
Bilder gibt es beim nächsten mal wieder ( wenn die VA richtig glänzt und blitzt )...

Vor der Galvanik:



Edit 02.01.2011 - Nach der Galvanik:
Besten Dank an die Galvanik Weisser in VS für die schöne neue Nickeloberfläche *freu*



Da wir jetzt noch prima an den Unterboden ran kommen, werden alle lose und angeschliffenen
Nieten ersetzt. Von wegen ein "paar" Nieten; schlußendlich waren es über 140 Stk.
Ich spüre noch jede Einzelne im Handballen.



Da wir parallel an verschiedenen Komponenten arbeiten, hat sich Ola an das Getriebe gemacht:
Hier hilft natürlich die Erfahrung aus der  Formel-König Zeit.
Das Kegel Tellerrad

16.11.09:
Die vorhandene Übersetzung passt (Dank an Albrecht Kussmaul!), somit kann mit dem
Zusammenbau begonnen werden.
Die Hauptwelle, das Diff und die Diffdeckel sitzen wieder an ihrem Platz.





An dieser Stelle kam uns im Herbst 2009 der T620 auf Ebay in die Quere.
Angeschaut und gekauft. :-)
Das Getriebe verwendeten wir dann für den T620, der T326 wurde ersteinmal in die Ecke gestellt.
Erst wenn wir ein Getriebe aufgetrieben haben, geht es mit der Resto weiter,
vorher macht das keinen Sinn, da das Getriebe der gesamten Heckmimik die Stabilität liefert.
Gar nicht so einfach, ein Passendes aufzutreiben......

Es folgte der Neuaufbau T620.
 

Fortsetzung in "Part-2"